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Bilaterale Zusammenarbeit im Herzen Europas

Mit dem VIII. Polnisch-Sächsischen Wirtschaftsforum wurde die Tradition von sieben früheren Foren erfolgreich fortgesetzt. Diese Veranstaltungen fördern die strategische wirtschaftliche Zusammenarbeit über Grenzen hinweg. Sie bilden eine Kooperationsplattform für kleine und mittlere Unternehmen und unterstützen effiziente regionale Initiativen. Die Foren sind auch eine Chance, grenzübergreifende Kooperationen in den Bereichen Forschung, Fertigung und Handel auf- und auszubauen.

Gastgeber des diesjährigen Wirtschaftsforums war das Marschallamt der Woiwodschaft Niederschlesien in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft sowie der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH.

Das Leitthema des VIII. Polnisch-Sächsischen Wirtschaftsforums

„Nutzung von Kommunalabfällen als erneuerbare Energiequelle“

wurde in zwei Workshops behandelt. Auf dem Gebiet des Umweltschutzes steht Polen vor zwei großen Herausforderungen. Die Abfallwirtschaft bedarf einer weiteren Modernisierung und Effizienzsteigerung. Deponien müssen modernisiert, Altdeponien geschlossen werden. Darüber hinaus möchte Polen rasch alle Möglichkeiten der Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen ausschöpfen. Bisher dominiert die Nutzung von Biomasse. Die Energieressource Abfall ist noch weitgehend ungenutzt.

Die EU-Gesetzgebung zur Abfallwirtschaft, zum Klimaschutz und zur Nutzung erneuerbarer Energien ist in Polen wie auch in Deutschland gleichermaßen umzusetzen. In Deutschland bzw. Sachsen ist das Erneuerbare Energien Gesetz ein starker Treiber. Der Freistaat Sachsen musste auf dem Gebiet der Abfallwirtschaft in den 1990er Jahren in sehr kurzer Frist rasch an die innereuropäischen Standards aufschließen. In Bezug auf die Verwaltung wurden erprobte deutsche Strukturen eingeführt. Es konnten sich spezialisierte Unternehmen entwickeln. In der Energieerzeugung sind die Nutzung von Deponiegas und die energetische Verwertung von Abfällen erprobte Verfahren. Da in Deutschland seit Mitte 2005 nur noch behandelte Abfälle mit einem geringen biologisch abbaubaren organischen Anteil deponiert werden dürfen, wird die Deponiegasnutzung mittelfristig zurückgehen. Ein Verfahren mit Zukunft ist dagegen die Gewinnung von Biogas aus vergärbaren Abfällen.

Die Herangehensweise Polens unterscheidet sich in vieler Hinsicht vom deutschen Vorgehen. Auch die Kosten- und Erstattungsstrukturen sind anders. Dies bildet eine ideale Grundlage für eine fruchtbringende Diskussion, die auch sächsischen Teilnehmern interessante Ansätze bietet.

Mehr als 250 Vertreter von Unternehmen, Kommunen und Organisationen, die sich für die Thematik der kommunalen Abfallwirtschaft als erneuerbare Energiequelle interessieren, hatten am Informations- und Erfahrungsaustausch teilgenommen. Wir hoffen, dass das diesjährige Wirtschaftsforum einen Anstoß für weitere erfolgreiche gemeinsame Aktivitäten und Projekte in diesem bedeutenden Wirtschaftszweig gegeben hat.

Das IX. Polnisch-Sächsische Wirtschaftsforum wird im zweiten Halbjahr 2012 in Sachsen zum Leitthema „Energieeffizienz in Gebäuden“ stattfinden.

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